Wie JTL-WaWi Xrechnung für B2B-Händler einrichtet
Kernaussagen
- Ab 2025 gilt die Pflicht zur elektronischen Rechnungsstellung in Deutschland.
- JTL-WaWi unterstützt die Erstellung von X-Rechnungen mit integrierten Tools.
- Fehlerhafte Rechnungen können durch Validierungstools vermieden werden.
- Automatisierte Prozesse sparen Zeit und reduzieren manuelle Eingaben.
- Branchenübergreifende Vorlagen erleichtern die Anpassung an spezifische Anforderungen.
JTL-WaWi XRechnung: Grundlagen und Bedeutung für die E-Rechnungspflicht 2026
XRechnung in JTL-WaWi einrichten: Schritt-für-Schritt-Anleitung
JTL-WaWi Version 1.8 oder höher:
Ältere Versionen unterstützen die aktuellen XRechnung-Standards nicht vollständig.
Microsoft SQL Server 2019 oder neuer:
Die Datenbank muss für die Verarbeitung der XML-Strukturen ausgelegt sein.
Leitweg-ID für B2G-Rechnungen:
Diese eindeutige Kennung muss in den Kundendaten hinterlegt werden, um Rechnungen an öffentliche Auftraggeber zu senden.
XRechnung-Vorlage 3.0.2:
Die aktuelle Version entspricht den deutschen Vorgaben und ist in JTL-WaWi ab Werk enthalten.
Rechnungsnummer und -datum
Steuerbeträge und -sätze
Käufer- und Verkäuferdaten
Leistungsbeschreibung und Mengenangaben
Zahlungsbedingungen
Fehlende Leitweg-ID:
Die Rechnung wird vom Empfänger abgelehnt. Prüfen Sie die Kundendaten und ergänzen Sie das Feld.
Ungültiges XML-Format:
Die Vorlage enthält nicht alle Pflichtfelder. Nutzen Sie den XRechnung-Validator, um die Struktur zu prüfen.
Falsche Steuerangaben:
Bei Rechnungen mit mehreren Steuersätzen müssen die Beträge korrekt aufgeschlüsselt sein.

XRechnung vs. ZUGFeRD: Welches Format eignet sich besser für JTL-WaWi?
Ab 2026 müssen Unternehmen in Deutschland elektronische Rechnungen im B2B-Bereich empfangen können. Für öffentliche Auftraggeber (B2G) ist die XRechnung bereits seit 2020 verpflichtend. JTL-WaWi unterstützt beide Formate, doch welches passt zu Ihrem Geschäftsmodell? Der folgende Vergleich zeigt die Unterschiede, Vorteile und typischen Anwendungsfälle.

Überblick
XRechnung ist ein reines XML-Format, das auf der europäischen Norm EN 16931 basiert. Es wurde speziell für die öffentliche Verwaltung entwickelt und enthält keine visuelle Darstellung. ZUGFeRD kombiniert dagegen eine PDF-Datei mit eingebettetem XML-Code. Diese Hybridlösung ermöglicht sowohl die maschinelle Verarbeitung als auch die manuelle Prüfung durch Menschen.
Beide Formate erfüllen die gesetzlichen Anforderungen an elektronische Rechnungen. Allerdings gibt es entscheidende Unterschiede in der Handhabung innerhalb von JTL-WaWi. Die aktuelle Version 1.9.x unterstützt XRechnung 3.0.2 und ZUGFeRD 2.1.1, ältere WaWi-Versionen benötigen ein Update oder ein Add-on für die volle Kompatibilität.
Vergleichstabelle: XRechnung und ZUGFeRD in JTL-WaWi
| Kriterium | XRechnung | ZUGFeRD |
|---|---|---|
| Einsatzbereich | B2G (öffentliche Auftraggeber), B2B mit XRechnung-Pflicht | B2B, B2C, internationale Geschäfte |
| Dateiformat | Reines XML (keine visuelle Darstellung) | PDF/A-3 mit eingebettetem XML |
| Erstellung in JTL-WaWi | Vorlage muss manuell konfiguriert werden (Leitweg-ID, BT-Elemente) | Standardvorlage verfügbar, individuelle Anpassungen möglich |
| Validierung | Strenge Prüfung gegen XSD-Schema (Fehler führen zur Ablehnung) | Flexiblere Validierung, da PDF als Fallback dient |
| Automatisierungsgrad | Hohe Automatisierung möglich (API-Anbindung an Behördenportale) | Manuelle Nachbearbeitung häufiger nötig (z.B. bei Rechnungskorrekturen) |
| Speicherbedarf | Gering (XML-Datei ~5-10 KB) | Höher (PDF + XML ~50-200 KB) |
Praxistauglichkeit für verschiedene Geschäftsmodelle
Für Händler, die ausschließlich mit öffentlichen Auftraggebern arbeiten, ist die XRechnung die einzige zulässige Option. Die Integration in JTL-WaWi erfordert allerdings einige manuelle Schritte. Zunächst müssen Sie die Leitweg-ID des Empfängers in den Kundenstammdaten hinterlegen. Anschließend wählen Sie im Rechnungsdialog die XRechnung-Vorlage aus und prüfen die generierte XML-Datei mit einem Validator wie dem XRechnung-Prüftool der KoSIT.
ZUGFeRD eignet sich besonders für den B2B- und B2C-Handel. Viele Unternehmen bevorzugen dieses Format, weil es für Menschen und für Maschinen lesbar ist. In JTL-WaWi lässt sich ZUGFeRD mit wenigen Klicks aktivieren: Unter Stammdaten → Rechnungsvorlagen wählen Sie das ZUGFeRD-Profil aus und passen bei Bedarf die XML-Struktur an. Der Vorteil: Selbst wenn der Empfänger keine automatisierte Verarbeitung unterstützt, kann er die Rechnung als PDF öffnen und manuell verbuchen.
Allerdings gibt es branchenspezifische Besonderheiten. Ein Online-Shop mit mehreren tausend Bestellungen pro Monat profitiert von der schlanken XML-Struktur der XRechnung, wenn die Rechnungen automatisch an ein Buchhaltungssystem übergeben werden. Gleichzeitig kann ein stationärer Händler mit wenigen Großkunden ZUGFeRD nutzen, um seinen Kunden eine vertraute Rechnungsansicht zu bieten.
Automatisierungspotenzial und Fehleranfälligkeit
XRechnung bietet das höhere Automatisierungspotenzial, stellt aber strengere Anforderungen an die Datenqualität. Ein häufiger Fehler: Fehlende oder falsche Leitweg-IDs führen dazu, dass die Rechnung vom Empfänger abgelehnt wird. JTL-WaWi prüft diese ID zwar beim Speichern, doch eine vollständige Validierung erfordert zusätzliche Tools. SmartSolution-4u setzt hier auf eine automatisierte Prüfroutine, die vor dem Versand alle Pflichtfelder gegen das XRechnung-Schema validiert, inklusive der korrekten BT-Elemente (Business Terms).
ZUGFeRD ist toleranter gegenüber Fehlern, weil die PDF als Fallback dient. Allerdings kann es zu Inkonsistenzen zwischen PDF und XML kommen, wenn die Vorlage in JTL-WaWi nicht korrekt konfiguriert ist. Ein typisches Problem: Der Rechnungsbetrag in der PDF weicht vom XML-Wert ab, weil die Vorlage manuell bearbeitet wurde. Deshalb empfehlen wir, die ZUGFeRD-Vorlage nur über den JTL-Vorlageneditor anzupassen und nicht direkt im XML-Code zu editieren.
- XRechnung: gut für vollautomatisierte Prozesse, aber fehleranfällig bei manueller Bearbeitung
- ZUGFeRD: Robuster im täglichen Einsatz, aber weniger geeignet für komplexe Automatisierungen
- Kombination: Einige Unternehmen nutzen beide Formate parallel, XRechnung für B2G, ZUGFeRD für B2B
Zukunftssicherheit und gesetzliche Entwicklungen
Die E-Rechnungspflicht ab 2026 wird die Verbreitung beider Formate weiter vorantreiben. Allerdings gibt es bereits Diskussionen über eine mögliche Vereinheitlichung auf europäischer Ebene. Die EU-Kommission arbeitet an einem neuen Standard namens European Standard on eInvoicing (EN 16931-1), der sowohl XRechnung als auch ZUGFeRD ablösen könnte. JTL-WaWi wird diese Entwicklung voraussichtlich in zukünftigen Versionen unterstützen, aktuelle Projekte sollten daher auf eine flexible Architektur setzen, die spätere Anpassungen ermöglicht.
Für Unternehmen, die bereits heute eine langlebig Lösung benötigen, bietet sich eine modulare Implementierung an. SmartSolution-4u setzt dabei auf eine zentrale Rechnungsverwaltung in JTL-WaWi, die beide Formate parallel unterstützt. Über die JTL-Wawi API Automatisierung lassen sich die Rechnungen dann an verschiedene Empfänger verteilen, je nach Kundenanforderung als XRechnung, ZUGFeRD oder klassische PDF.
Gleichzeitig lohnt sich ein Blick auf die JTL-Wawi Installation selbst. Eine aktuelle WaWi-Version (ab 1.8.x) mit allen verfügbaren Updates sorgt dafür, dass Sie beide Formate ohne zusätzliche Add-ons nutzen können. Ältere Systeme benötigen häufig ein manuelles Update der Rechnungsvorlagen oder die Installation eines Plugins.
Falls Sie unsicher sind, welches Format für Ihr Unternehmen passt, analysieren wir gerne Ihre aktuellen Prozesse. In einem kostenlosen Beratungsgespräch prüfen wir, ob Ihre JTL-Wawi einrichten-Konfiguration bereits für die E-Rechnungspflicht gerüstet ist, und welche Anpassungen noch nötig sind. Jetzt kostenlos beraten lassen unter 0231-58687550 oder per E-Mail an info@smartsolution-4u.com.
XRechnung-Validierung in JTL-WaWi: Tools und Methoden zur Qualitätssicherung
LeitwegID
(Typ: Text, Länge: 20 Zeichen)
Öffentliche Auftraggeber
Die korrekte Zuordnung des Rechnungsempfängers zur Kategorie Öffentliche Auftraggeber
XRechnung 3.0.2
in den Rechnungsvorlagen
KoSIT Validator
(offizielles Tool der Koordinierungsstelle für IT-Standards): Prüft gegen XRechnung 3.0.2 und EN 16931. Die Desktop-Version lässt sich in den Export-Workflow einbinden.
Mustangproject
(Open-Source-Bibliothek): Unterstützt ZUGFeRD 2.2 und XRechnung. gut für automatisierte Batch-Prüfungen vor dem Versand.
XRechnung Viewer
(Bundesverwaltungsamt): Visualisiert das XML als lesbare Rechnung und markiert fehlende Pflichtfelder.
Falsche Formatierung der Leitweg-ID (muss mit „0204:“ beginnen)
Fehlende BT-132-Kennung für den Rechnungssteller
Inkorrekte Steuerbeträge bei Kleinbetragsrechnungen
Vorlagenprüfung:
Die XRechnung-Vorlage in JTL-WaWi wird einmalig gegen den KoSIT Validator getestet. Dieser Schritt dauert etwa wenigen Minuten und erfolgt nach jeder Vorlagenänderung.
Export-Trigger:
Beim Rechnungsdruck prüft ein Skript, ob der Kunde als öffentlicher Auftraggeber markiert ist. Falls ja, wird automatisch das XRechnung-Format gewählt.
Post-Export-Scan:
Jede generierte XML-Datei durchläuft eine Batch-Validierung mit Mustangproject. Fehlerhafte Rechnungen werden in eine separate Queue verschoben und dem Sachbearbeiter gemeldet.
Rechnungsstatus (validiert/fehlerhaft)
Prüfprotokoll des KoSIT Validators
Zeitstempel der letzten Prüfung
XRechnung-Vorlagen für JTL-WaWi: Optimierte Layouts für verschiedene Branchen
Automatisierung der XRechnung in JTL-WaWi: Workflows für effiziente Prozesse
XRechnung in JTL-WaWi: Rechtliche Anforderungen und Compliance-Checkliste
Häufige Fragen zur XRechnung in JTL-WaWi (FAQ)
Wie erstelle ich eine XRechnung in JTL-Wawi?
In JTL-Wawi erstellen Sie eine XRechnung über den Rechnungsassistenten. Wählen Sie den Auftrag aus, klicken Sie auf „Rechnung erstellen“ und aktivieren Sie im Export-Dialog das Format „XRechnung“. Die Software generiert automatisch eine XML-Datei nach dem offiziellen XRechnung-Standard (Version 2.3.1 ab JTL-Wawi 1.8). Dabei werden alle Pflichtfelder wie Leitweg-ID, Empfängerreferenz und Steuerbeträge korrekt formatiert.
Gibt es eine XRechnung-Vorlage für JTL-Wawi?
JTL-Wawi enthält eine integrierte XRechnung-Vorlage, die den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Diese Vorlage lässt sich über den Formular-Designer anpassen, allerdings sollten Sie die XML-Struktur nicht verändern, um die Gültigkeit zu erhalten. Für spezielle Anforderungen bieten wir individuelle Anpassungen der Vorlage an, die beispielsweise Ihr Firmenlogo oder zusätzliche Pflichtangaben enthalten.
Was ist der Unterschied zwischen XRechnung und XML-Rechnung in JTL-Wawi?
Eine XRechnung ist ein spezifisches XML-Format, das den deutschen B2G-Anforderungen entspricht. Während JTL-Wawi auch allgemeine XML-Rechnungen exportieren kann, enthält die XRechnung zusätzliche Pflichtfelder wie die Leitweg-ID und folgt streng dem CIUS-Standard. Die XRechnung ist ausschließlich für öffentliche Auftraggeber in Deutschland vorgesehen, während XML-Rechnungen flexibler einsetzbar sind.
Kann JTL-Wawi Teilrechnungen als XRechnung exportieren?
Ja, JTL-Wawi unterstützt den Export von Teilrechnungen im XRechnung-Format. Aktivieren Sie im Rechnungsdialog die Option „Teilrechnung“ und wählen Sie anschließend das XRechnung-Format. Die Software generiert dann eine gültige XRechnung mit allen erforderlichen Angaben, einschließlich der Teilrechnungsnummer und des Gesamtbetrags der abgerechneten Positionen.
Wie richte ich XRechnung in JTL-Wawi ein?
Die Einrichtung erfolgt in drei Schritten: Zuerst aktivieren Sie das XRechnung-Modul unter „Einstellungen > Rechnungen > E-Rechnungen“. Anschließend hinterlegen Sie Ihre Leitweg-ID und Empfängerreferenzen im Kundenstamm. Abschließend testen Sie die Funktion mit einer Beispielrechnung und validieren diese über den offiziellen XRechnung-Prüfdienst. Ab JTL-Wawi 1.9 ist die Einrichtung ohne zusätzliche Plugins möglich.
Welche Formate unterstützt JTL-Wawi für elektronische Rechnungen?
JTL-Wawi unterstützt neben XRechnung auch ZUGFeRD 2.1.1, UBL 2.1 und klassische PDF-Rechnungen mit eingebetteten XML-Daten. Die Formate lassen sich parallel nutzen, wobei XRechnung und ZUGFeRD die gängigsten Standards für den deutschen Markt abdecken. Für internationale Rechnungen empfiehlt sich UBL, das in vielen EU-Ländern anerkannt wird. Alle Formate lassen sich über den Rechnungsassistenten auswählen.
Praxistipps für die XRechnung-Nutzung
Viele Unternehmen unterschätzen den Validierungsaufwand. Tatsächlich scheitern einen erheblichen Teil der ersten XRechnungen an formalen Fehlern wie falschen Leitweg-IDs oder fehlenden Pflichtangaben. Deshalb empfehlen wir, jede XRechnung vor dem Versand mit dem offiziellen Prüftool des Bundes zu testen. Gleichzeitig sollten Sie die automatische Speicherung der XML-Datei im Dokumentenmanagement aktivieren, um die gesetzliche Aufbewahrungspflicht von 10 Jahren zu erfüllen.
Außerdem lohnt sich die Einrichtung einer separaten Rechnungsvorlage für XRechnungen. Diese sollte neben den Pflichtfeldern auch eine klare Kennzeichnung als „Elektronische Rechnung“ enthalten, um Verwechslungen mit klassischen PDF-Rechnungen zu vermeiden.
Automatisierung des XRechnungs-Versands
Der manuelle Versand von XRechnungen ist zeitaufwendig und fehleranfällig. JTL-Wawi bietet hierfür eine Schnittstelle zur automatischen Übertragung an öffentliche Auftraggeber. Über die JTL-Wawi API Automatisierung lassen sich XRechnungen direkt nach der Erstellung an das Peppol-Netzwerk übermitteln. Dabei wird jede Rechnung vor dem Versand automatisch validiert und mit einem Zeitstempel versehen.
Für Unternehmen mit hohem Rechnungsvolumen lohnt sich die Anbindung an ein Dokumentenmanagementsystem. Dieses archiviert nicht nur die XRechnungen revisionssicher, sondern leitet sie auch an die richtigen Empfänger weiter. In einem unserer Projekte für einen Großhändler mit zahlreichen monatlichen Rechnungen reduzierte diese Automatisierung den manuellen Aufwand deutlich.
Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
- Fehlende Leitweg-ID: Diese 14-stellige Nummer ist für B2G-Rechnungen Pflicht. Sie finden sie im Kundenstamm unter „Steuerliche Angaben“. Ohne gültige Leitweg-ID lehnt der Empfänger die Rechnung ab.
- Falsches Format: XRechnungen müssen als reine XML-Datei versendet werden. PDF-Anhänge sind nicht zulässig. Nutzen Sie ausschließlich die XRechnung-Exportfunktion in JTL-Wawi.
- Unvollständige Empfängerdaten: Öffentliche Auftraggeber verlangen oft zusätzliche Angaben wie die Referenznummer des Auftrags. Diese müssen im Feld „Empfängerreferenz“ hinterlegt werden.
- Fehlende Signatur: Zwar ist eine qualifizierte elektronische Signatur für XRechnungen nicht mehr Pflicht, viele Behörden verlangen sie dennoch. Prüfen Sie die Anforderungen Ihres Auftraggebers.
Falls Sie Unterstützung bei der Einrichtung oder Optimierung Ihrer JTL-Wawi XRechnung benötigen, beraten wir Sie gerne. Unsere Experten kennen die spezifischen Anforderungen öffentlicher Auftraggeber und helfen Ihnen, den Prozess reibungslos zu gestalten. Jetzt kostenlos beraten lassen.

5 häufige Fehler bei der XRechnung-Erstellung in JTL-WaWi und wie Sie sie vermeiden
Ab dem 1. Januar 2025 müssen Unternehmen in Deutschland elektronische Rechnungen im B2B-Bereich empfangen können. Viele Online-Händler nutzen dafür die JTL-Wawi XRechnung-Funktion, doch bei der Einrichtung und Nutzung passieren immer wieder dieselben Fehler. Diese führen zu Ablehnungen durch Behörden, manuelle Nacharbeit oder sogar Bußgelder. Dabei lassen sich die meisten Probleme mit wenigen Handgriffen vermeiden.
1. Falsche Formatversion verwenden, XRechnung 3.0.2 ist Pflicht
Viele Händler erstellen XRechnungen mit veralteten Vorlagen aus JTL-WaWi 1.7 oder älter. Doch seit 2024 ist XRechnung 3.0.2 der offizielle Standard für öffentliche Auftraggeber. Ältere Versionen wie 2.2.0 werden von Portalen wie ZRE oder OZG-RE abgelehnt.
Deshalb prüfen Sie in Ihrer JTL-WaWi unter Stammdaten → Formulare → Rechnungsvorlagen, ob die XRechnung-Vorlage auf Version 3.0.2 aktualisiert ist. Falls nicht, laden Sie die aktuelle Vorlage aus dem offiziellen XRechnung-Portal herunter und importieren Sie diese über Extras → Formular-Import. Gleichzeitig aktivieren Sie in den Rechnungseinstellungen die Option „XRechnung als Standard für B2G-Kunden“.
Tatsächlich spart diese Anpassung bis zu wenigen Minuten Nacharbeit pro abgelehnter Rechnung, und vermeidet Mahnungen von Behörden.
2. Leitweg-ID nicht korrekt hinterlegen, der häufigste Ablehnungsgrund
Öffentliche Auftraggeber verlangen eine eindeutige Leitweg-ID auf jeder XRechnung. Fehlt diese oder ist sie falsch formatiert, wird die Rechnung sofort zurückgewiesen. In JTL-WaWi müssen Sie die Leitweg-ID als benutzerdefiniertes Feld in den Kundendaten speichern.
Konkret gehen Sie wie folgt vor:
- Öffnen Sie den Kundenstamm über Stammdaten → Kunden.
- Wählen Sie den betreffenden B2G-Kunden aus und klicken Sie auf „Benutzerdefinierte Felder“.
- Legen Sie ein neues Feld mit dem Namen LeitwegID an (ohne Leerzeichen, exakt so geschrieben).
- Tragen Sie die 14-stellige ID ein, die Ihnen der Auftraggeber mitgeteilt hat (Format: 0204:1234567890).
- Speichern Sie die Änderungen und testen Sie die Rechnungserstellung mit einem Probeauftrag.
Dabei zeigt die Praxis: 8 von 10 abgelehnten XRechnungen scheitern an diesem einen Feld. Ein mittelständischer Händler aus dem Baubereich reduzierte seine Ablehnungsquote deutlich deutlich allein durch diese Korrektur.
3. Fehlende Validierung vor dem Versand, warum Sie einen XML-Checker brauchen
JTL-WaWi generiert zwar XRechnungen, prüft aber nicht automatisch, ob das XML den offiziellen Standards entspricht. Selbst kleine Fehler wie ein fehlendes Pflichtfeld oder ein falsches Datumsformat führen zur Ablehnung. Deshalb sollten Sie jede XRechnung vor dem Versand mit einem XRechnung-Validator prüfen.
Wir empfehlen das kostenlose Tool XRechnung Validator der Koordinierungsstelle für IT-Standards (KoSIT). Laden Sie die generierte XML-Datei hoch und korrigieren Sie alle rot markierten Fehler. Besonders häufig sind:
- Fehlende BT-10 (Rechnungsnummer) oder BT-20 (Rechnungsdatum)
- Falsches Format für Steuernummern (DE123456789 statt 123/456/7890)
- Unvollständige Adressdaten des Auftraggebers
Außerdem integrieren Sie den Validator direkt in Ihren Workflow: Nutzen Sie die JTL-Wawi API Automatisierung, um jede XRechnung nach der Erstellung automatisch an den Validator zu senden. Bei Fehlern erhalten Sie eine Benachrichtigung, bevor die Rechnung versendet wird.
4. ZUGFeRD und XRechnung verwechseln, wann welches Format?
JTL-WaWi unterstützt sowohl XRechnung (reines XML) als auch ZUGFeRD (PDF mit eingebettetem XML). Viele Händler verwenden fälschlicherweise ZUGFeRD für öffentliche Auftraggeber, doch diese akzeptieren nur XRechnung. Umgekehrt ist ZUGFeRD für B2B-Kunden oft praktischer, weil es sowohl menschenlesbar als auch maschinenverarbeitbar ist.
Deshalb richten Sie in JTL-WaWi separate Rechnungsvorlagen ein:
| Kundentyp | Format | Einstellung in JTL-WaWi |
|---|---|---|
| Öffentliche Auftraggeber (B2G) | XRechnung 3.0.2 | Aktivieren Sie unter Stammdaten → Formulare → Rechnungsvorlagen die Option „Nur XML“. |
| B2B-Kunden (privatwirtschaftlich) | ZUGFeRD 2.2.0 | Wählen Sie die Vorlage „ZUGFeRD PDF“ und aktivieren Sie die Option „XML einbetten“. |
Zusätzlich hinterlegen Sie für jeden Kunden den passenden Rechnungstyp als Standard. So vermeiden Sie manuelle Korrekturen und stellen sicher, dass jede Rechnung das richtige Format hat.
5. Automatisierung nicht nutzen, wie Sie einen erheblichen Teil der manuellen Arbeit sparen
Viele Händler erstellen XRechnungen manuell über den JTL-WaWi-Rechnungsassistenten. Dabei lässt sich der gesamte Prozess automatisieren, von der Erstellung bis zum Versand. Nutzen Sie die JTL-Wawi API Automatisierung, um XRechnungen direkt nach Auftragsabschluss zu generieren und per E-Mail zu versenden.
Konkret gehen Sie wie folgt vor:
- Schritt 1: Aktivieren Sie in den Auftragseinstellungen die Option „Automatische Rechnungserstellung“ für B2G-Kunden.
- Schritt 2: Konfigurieren Sie unter Extras → Automatisierung → Workflows einen neuen Workflow mit der Bedingung „Auftragsstatus = abgeschlossen“ und der Aktion „XRechnung erstellen und versenden“.
- Schritt 3: Hinterlegen Sie eine E-Mail-Vorlage mit dem Betreff „Elektronische Rechnung [Rechnungsnummer]“ und dem Text „Anbei erhalten Sie Ihre XRechnung im XML-Format. Die Leitweg-ID lautet: [LeitwegID]“.
- Schritt 4: Testen Sie den Workflow mit einem Probeauftrag und prüfen Sie, ob die Rechnung korrekt generiert und versendet wird.
Dabei zeigt die Erfahrung: Ein Online-Shop mit 500 monatlichen Aufträgen spart durch diese Automatisierung rund 15 Arbeitsstunden pro Monat. Gleichzeitig sinkt die Fehlerquote, weil manuelle Eingaben entfallen.
Falls Sie Unterstützung bei der Einrichtung benötigen, helfen wir Ihnen gerne weiter. Jetzt kostenlos beraten lassen unter 0231-58687550 oder per E-Mail an info@smartsolution-4u.com.
